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28.05.2021

Waldbericht 2020 des Bayerischen Staatsministerium Ernährung, Landwirtschaft, Forsten. AUSZUG

Der Bayerische Staatswald umfasst 800 000 ha. Rund zwei Drittel der Waldfläche Bayerns befinden sich in privatem oder kommunalem Besitz. Es gibt rund 700 000 bayerische Waldbesitzerinnen.
Nur zehn Prozent der Staatsforsten sollen dauerhaft aus der forstlichen Nutzung herausgenommen werden. Das sind bisher der Donau-Auwald zwischen der Lechmündung und Neuburg a.d.Donau mit rund 960 Hektar und vier weitere Naturwälder im Umfang von knapp 5 000 Hektar benannt. Es handelt sich um drei ökologisch besonders wertvolle Buchen-Mischwälder im Steigerwald, auf der Fränkischen Platte bei Würzburg und der südlichen Frankenalb bei Kelheim sowie um weite Teile der Isar-Auwälder zwischen München und Landshut.

Der Bereich Forst und Holz erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von etwa 41 Mrd. Euro und rund 190 000 Erwerbstätigen sind in der Forst-, Holz- und Papierwirtschaft in Bayern beschäftigt.


Ungewöhnliche Witterungsereignisse sorgten in den Berichtsjahren von 2017 bis 2020 für eine hohe Belastung der Waldbäume. So überstieg im Berichtszeitraum in fast allen Monaten das Monatsmittel der Temperatur an den Waldklimastationen deutlich den jeweiligen Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990. Neben den zu hohen Temperaturen lagen die mittleren Monatsniederschläge häufig und teilweise deutlich unter dem langjährigen Mittel.Die Daten der Waldklimastationen zeigten, dass für die Waldbäume vor allem in Nordbayern in den letzten drei Jahren während der Sommermonate erheblicher

• Trockenstress auftrat.Im Jahr 2018 herrschte eine Rekord-Heißzeit von April bis November verbunden mit extremer Trockenheit.
• Die Bodenwasserspeicher waren vielerorts vollkommen erschöpft.
• Im Januar 2019 kam es zu starkem Schneebruch mit etwa 520 000 Festmeter Schadholz.
• Sturm-schäden aus den Stürmen „Bennet“ und „Eberhard“
• Anfang März 2019 verstärkten die Gefahr des Borkenkäferbefalls in diesen Bereichen weiter.
• Nur ein nass-kühler Mai im Jahr 2019 verhinderte, dass sich die extreme Trockenheit des Vorjahrs wiederholte.
• Im Norden Bayerns hielt diese Situation jedoch angesichts eines weiteren Jahrhundertsommers nicht lange an. Ein warmer, niederschlagsarmer Witterungsverlauf, unterbrochen nur von lokalen Gewittern, sorgte für einen raschen Verbrauch des Wassers in den Waldböden.
• Hinzu kamen ab Ende Juni und im Juli zwei extreme Hitzewellen mit neuen nationalen Temperaturrekorden.
• Entsprechend hoch war die Waldbrandgefahr.
• Der Winter 2019/2020 war extrem mild (zweitwärmster Winter seit 1881/82). Gleichzeitig gab es insgesamt aber einen Niederschlagsüberschuss (+12 Prozent), der die Wasserspeicher der Waldböden bis Mitte März zum größten Teil auffüllte.
• Der Orkan „Sabine“ sorgte am 10. Februar 2020 für Windwurf und -bruch. In Bayern belief sich die Schadholzmenge auf rund 1,8 Mio. Festmeter mit deutlichen regionalen Unterschieden. Scha-densschwerpunkte lagen im südlichen Allgäu und im südöstlichen Niederbayern.
• Mitte März stellte sich die Großwetterlage grundlegend um. Beständige Hochdruckgebiete drehten dem Regen förmlich der Hahn ab. Im April begann bei teilweise schon sommerlich-warmer Witterung ein rascher Schwund der Bodenwasservorräte.
• Die Oberböden trockneten schnell aus und sorgten für kritische Bedingungen bei den Pflanzungen auf Wiederaufforstungsflächen.
• Die Waldbrandgefahr erreichte über längere Zeit und flächendeckend die zweithöchste Wald-brandstufe in Bayern.
• Diese Frühjahrstrockenheit im April wiederholte sich 2020 schon zum dritten Mal in Folge.
• Im Juli war die Lufttemperatur landesweit wieder überdurchschnittlich hoch. Innerhalb Bayerns gab es dabei ein deutliches Gefälle des Niederschlags vom Südosten nach Nordwesten. Während im Südosten vielfach noch das Klimamittel erreicht wurde, fiel in Unterfranken nur zwischen der Hälfte und einem Viertel der sonst üblichen monatlichen Regenmenge.
• Der August stellte dann einen Mix aus den beiden Vormonaten her. Er war mit einer intensiven Hitzeperiode ebenso wie der Juli deutlich zu warm (+2,8° C), dafür gab es wie im Juni insgesamt ein Niederschlagsplus von 35 Prozent im Vergleich zum lang-jährigen Mittel. Leider war dieses Plus wieder sehr ungleich verteilt. Während es südlich der Donau insgesamt ausreichend Niederschlag gab, der im Alpenvorland sogar für Hochwasser sorgte, bleib es nördlich der Donau weitgehend trocken. Der Niederschlag war durch Schauer und Gewitter zudem sehr ungleichmäßig verteilt.
• Dies führte auf vielen Standorten nördlich der Donau zu einem dritten Dürresommer in Folge


Die Auswirkungen des Klimawandels betreffen auch die Menschen, Waldbesitzer genauso wie Erholungsuchende, Unternehmen und Verbraucher. Insbesondere für die rund 700 000 bayerischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind die Wälder nicht selten ein wichtiger Teil ihrer wirtschaftlichen oder beruflichen Existenz. Inzwischen bringen die Auswirkungen des Klimawandels manche Waldbesitzer an ihre Grenzen. Zum einen wegen der nicht planbaren starken Arbeitsbelastung durch die Aufarbeitung des Schadholzes verbunden mit Zeitdruck, hohen Unfallrisiken und sinkenden, kaum kostendeckenden Holzerlösen. Zum anderen, weil der zeitlebens gewohnte Wald als Herzensangelegenheit verloren geht, die Wahl der künftigen Baumarten immer schwieriger wird und der Erfolg der Bemühungen um den Wald der Zukunft letztlich von Faktoren wie dem (ungewissen) Ausgang der weltweiten Klimaschutzbemühungen abhängt. Gleichzeitig stehen Waldbesitzer und Forstleute aufgrund eines gesellschaftlichen Wertewandels immer mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Dialog und Konfliktlösung nehmen an Bedeutung zu, binden aber auch zusätzlich Zeit und Kraft.

Nun der positive Teil des Berichtes:

BUCHENWÄLDER IN GÜNSTIGEM ERHALTUNGSZUSTAND
Die in Bayern auf großer Fläche vorkommenden Buchenwald-Gesellschaften entwickeln sich gut. Mit rund 285 000 Hektar nehmen sie rund drei Viertel der aktuell vorhandenen Wald-Lebensraumtypen Bayerns ein, und das bei wachsender Flächenausdehnung. Ihr Erhaltungszustand wurde für alle Ausprägungen mit günstig bewertet. Sowohl hinsichtlich Flächengröße und Ausformung, Ausstattung mit Totholz und Biotopbäumen und ihres charakteristischen Arteninventars bewertet sie der Bericht als positiv.
ARTEN ALTER WÄLDER IM AUFSCHWUNG
Eine konsequent naturnahe Waldpflege zeigt deutliche Erfolge bei den FaunaFloraHabitatsrichlinie (FFH)-Gebieten und Vogelarten. Vom steigenden Bestandsalter und höheren Laubholz-, Totholz- und Biotopbaumanteilen pro-fitieren viele Waldarten und entwickeln sich positiv. Zu ihnen zählen totholzbewohnende Käferarten wie der Scharlachkäfer oder der Alpenbock in den bayerischen Alpen sowie zahlreiche Vogelarten. Beispielsweise konnten sich die kleinen Populationen von sehr anspruchsvollen Höhlenbrütern wie dem Hals-band- und dem Zwergschnäpper trotz historisch bedingter, starker Verinselung in den letzten Jahrzehnten stabilisieren.



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